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Drittmittelförderung

Experimentelle Validierung von Indikatoren des Managerverhaltens in Betriebsbefragungen“ (2015-2018)

Gefördert durch die Bundesagentur für Arbeit

Ziel des Projekts ist es den Zusammenhang zwischen Managerverhalten und betrieblichen Variablen zu untersuchen. Dabei sollen zuerst adäquate Verhaltensindikatoren in Befragungen identifiziert und dann im Rahmen von kontrollierten Laborexperimenten validiert werden. Die Experimente dienen dazu, grundsätzliche Zusammenhänge zwischen verschiedenen Indikatoren und wirtschaftlich relevantem Handeln aufzuzeigen und zu analysieren. Das Projekt soll die Grundlage schaffen, um die identifizierten Verhaltensindikatoren mit Hilfe von kurzen Fragen oder kleinen Entscheidungen auch in Befragungen erheben zu können. Dieses Projekt wird in enger Zusammenarbeit zwischen dem Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie von Prof. Dr. Grimm und dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) insb. mit Prof. Dr. Bellmann und Dr. Mario Bossler durchgeführt.

„Experimentelle Studien zur Auswirkung von kollektiven Lohnverhandlungen auf den Gender Wage Gap“ mit Gesine Stephan (2012 – 2015)

Gefördert durch das BMFSFJ

Nach wie vor ist der Verdienst von Frauen europaweit signifikant geringer als der von Männern. Bei identischer Qualifikation und Tätigkeit verdienen weibliche Arbeitnehmer in Deutschland im Mittel immer noch 8% weniger als ihre männlichen Kollegen (bereinigte Lohnlücke). Werden unabhängig von Qualifikation und Tätigkeit nur die mittleren Einkommen verglichen, beträgt der Unterschied sogar 23% (unbereinigte Lohnlücke). Dieser massive Unterschied beruht vor allem darauf, dass Frauen verstärkt in Berufen am unteren Ende der Lohnverteilung beschäftigt sind und sie länger und häufiger ihre Erwerbstätigkeit aufgrund familiärer Umstände unterbrechen. Auch konnte für Tätigkeiten mit hohem Frauenanteil in Tarifverhandlungen bisher keine nachhaltige Verbesserung erreicht werden. Laut Bundesfamilienministerin Kristina Schröder „brauchen [wir] eine Debatte darüber, welche Rolle faire Chancen und faire Bezahlung für Frauen eigentlich in den Tarifverhandlungen spielen. Wer die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern kleiner machen will, muss bei den Ursachen für die Benachteiligung von Frauen in der Arbeitswelt ansetzen“ (Pressemitteilung vom 22.03.2012). Zu dieser Debatte versucht das vorliegende Projekt einen Beitrag zu leisten. Im Rahmen von ökonomischen Experimenten sollen zunächst in stilisierten Szenarien Erkenntnisse darüber gewonnen werden, welche Effekte kollektive Lohnverhandlungen auf die Lohnlücke haben, und wie eine Erhöhung der Transparenz das Ausmaß entsprechender Effekte beeinflusst. Kollektive Verhandlungen beziehen sich dabei auf jede Situation, in der Vertreter einer Gruppe für diese über das Entgelt verhandeln; die wichtigste Variante sind Tarifverhandlungen. Nähere Informationen

 

„Trust in Character, Capability and Institutions“ (2012-2014)

Gefördert durch den GfK Verein

Bildergebnis für gfk vereinIn diesem Projekt haben wir eine experimentelle Studie über europäische Bürger durchgeführt, bei der interkulturelle Wahrnehmungen in Bezug auf Hilfsbereitschaft und Ehrlichkeit betrachtet werden. Wir haben Stichproben aus den fünf Hauptwirtschaftsräumen der Euro-Zone verwendet: Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden und Spanien. Wir finden heraus, dass europäische Bürger die Nationalität anderer Personen nutzen, um Rückschlüsse auf deren Verhalten zu ziehen. Bei der Beurteilung des Verhaltens zeigt sich hier ein Nord/Süd Muster: Über Teilnehmer aus nördlichen Ländern wird angenommen, dass sie ehrlicher sind als Teilnehmer aus südlichen Ländern und sich zudem mehr Mühe geben, wenn es darum geht anderen zu helfen. Das tatsächliche Verhalten steht jedoch nicht immer im Einklang mit dem erwarteten Verhalten. Bei der Beurteilung der Ehrlichkeit von anderen Personen finden wir Beweise für soziale Projektion: Die Teilnehmer erwarten von anderen europäischen Bürgern, dass sie weniger ehrlich sind, wenn deren Kultur der eigenen näher ist. Wenn es darum geht die Hilfsbereitschaft anderer Personen einzuschätzen, zeigt sich, dass sowohl nordeuropäische Bürger als auch südeuropäische Bürger die Hilfsbereitschaft von Nordeuropäern höher einschätzen als die von Südeuropäern.

Ein Teil der Forschung wurde im European Economic Review veröffentlicht.

 

„Taxation, Social Norms, and Compliance: Lessons for Institution Design“ mit 10 Professoren der FAU (2012 – 2013)

Gefördert von der Emerging Fields Initiative der FAU

Das Ziel der Forschungsinitiative “Taxation, Social Norms, and Compliance: Lessons for Institution Design” ist die Erforschung von individuellen und sozialen Determinanten der Steuerehrlichkeit. Insbesondere soll die Rolle von Institutionen sowie sozialen und kulturellen Normen für die Steuerehrlichkeit untersucht werden. Im Hinblick auf formale Institutionen befasst sich die Initiative mit dem Design von Steuersystemen ebenso wie mit der Rolle von Steuerverwaltung und -beratung. Um die große Bedeutung der Präferenzen für Fairness und der persönlichen Wahrnehmung des Verhaltens Anderer zu entsprechen, liegt besonderes Augenmerk auf der Rolle von sozialen und kulturellen Normen. Schließlich wird in mehreren verhaltensökonomischen Teilprojekten das Entscheidungsverhalten individueller Steuerpflichtiger explizit modelliert.

 

„Bio Objects Bio Subjects: Exploring the Interface of Science, Technology and Society“ mit 6 Professoren der FAU (2012 – 2013)

Gefördert von der Emerging Fields Initiative der FAU

Biotechnologische und lebenswissenschaftliche Innovationen zeitigen nicht nur immense Fortschritte auf den unterschiedlichsten Feldern naturwissenschaftlicher und technischer Forschung und treiben damit auch ökonomische Entwicklungen voran, sondern erfassen mit ihrer Dynamik auch grundlegend das Verhältnis von ‚Natur‘, ‚Technik‘ und ‚Gesellschaft‘. Bio-Objects werden weit über den jetzigen Stand hinaus eine Schlüsselposition in dynamischen, wissensbasierten Gesellschaften und Ökonomien einnehmen; durchkreuzen etablierte Kategorien, überschreiten damit die Grenze des bloß Dinghaften und gewinnen gegenüber ihren Entstehungs- und Verwendungskontexten eine gewisse Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Das Projekt will Bio Objects als Treiber biotechnologischer Entwicklungen identifizieren, sie in ihrer Multidimensionalität erfassen und ihre Auswirkung auf Akteure und Gesellschaft untersuchen.

 

„Die Entstehung von Reputation in Wirtschaftsbeziehungen“ mit Prof. Martin Abraham von der FAU(2010 – 2012)

Gefördert durch die German Science Foundation (DFG)

dfgDas Projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie Reputation in wirtschaftlichen Beziehungen entsteht. Oft kann in Geschäftsbeziehungen nicht auf eigene Erfahrungen mit Partnern zurückgegriffen werden. Die Reputation von Geschäftspartnern spielt daher in vielen Märkten eine zentrale Rolle. Während die Wirkung von Reputation bereits häufig im Mittelpunkt von Untersuchungen zu diesem Thema stand, fokussiert das vorliegende Projekt die Entstehung von Reputation und beleuchtet diese sowohl theoretisch als auch empirisch.  Der Fokus liegt hierbei auf Reputation, die in der Interaktion zwischen Geschäftspartnern entsteht, während „institutionalisierte“ Reputationsmechanismen (z.B. formelle Rankings auf Online-Plattformen oder die Berichterstattung in den Medien) bewusst ausgeklammert werden. Auf Grundlage spieltheoretischer Überlegungen wird mithilfe von Laborexperimenten untersucht, welche Voraussetzungen die Entstehung von Reputation forcieren und welche Umstände die Entstehung von Reputation eher behindern. In einem zweiten Schritt sollen die Ergebnisse der Laborexperimente mit Felddaten validiert werden.

 

Weitere Drittelmittelförderungen

  • Förderung des Projekts „Informationsverhalten in Entscheidungsgremien“ für Dr. Michael Seebauer durch die „Hermann Gutmann Stiftung“
  • Dr. Theo and Friedel Schöller fellowship für Prof. Imran Rasul, Ph.D., who cooperates with Prof. Dr. Rincke,
  • Dr. Theo and Friedel Schöller fellowship für Dr. Nadja Dwenger, who cooperates with Prof. Dr. Rincke
  • Dr. Theo and Friedel Schöller fellowship für Prof. Dr. Friederike Mengel, who cooperates with Prof. Dr. Grimm
  • Grant of “Hermann Gutmann Foundation” for funding of experimental Master Theses at the Chair of Economic Theory, 2011
  • Förderung des Projekts „Die Genossenschaft als Kooperationsinstanz im Entscheidungsexperiment“ für Dr. Martin Abraham in Zusammenarbeit mit Bernhard Prosch, Kerstin Lorek und Miriam Rudel durch die Ludwig-Erhard-Forschungsgesellschaft, 2014